Damit es bleibt, wie es sein soll.
Ein gutes Messer möchte benutzt werden. Und dieses ganz besonders.
Damit es dauerhaft scharf bleibt und über viele Jahre zuverlässig funktioniert, braucht es nur ein wenig Aufmerksamkeit. Keine komplizierte Pflege. Keine besondere Ausrüstung. Nur ein paar einfache Handgriffe.
Zum ErklärvideoVor dem ersten Schnitt.
Zum Schutz vor Rost wird die Klinge für den Transport mit einem lebensmittelechten Öl versehen. Bevor du das Messer zum ersten Mal benutzt, solltest du dieses Öl vollständig entfernen.
Reinige die Klinge gründlich mit warmem Wasser und etwas Spülmittel. Trockne das Messer anschließend sorgfältig ab.
Danach ist es bereit für seinen ersten Einsatz.
Sauber. Trocken. Fertig.
Carbonstahl reagiert auf Feuchtigkeit. Deshalb solltest du das Messer nach jeder Benutzung möglichst direkt mit Wasser abspülen und gründlich abtrocknen.
Das schützt nicht nur die Klinge, sondern macht die Reinigung auch einfacher. Solange noch nichts angetrocknet ist, lassen sich Lebensmittelreste meist in wenigen Sekunden abspülen. So entsteht gar nicht erst die Versuchung, das Reinigen auf später zu verschieben.
Besonders wichtig ist das nach dem Schneiden säurehaltiger Lebensmittel. Zitronen, Tomaten und ähnliche Lebensmittel lassen den Stahl deutlich schneller reagieren. Bleiben ihre Säfte auf der Klinge, können sich Verfärbungen und Rost wesentlich schneller bilden. Spüle das Messer deshalb am besten sofort nach dem Schneiden ab.
Bei Bedarf kannst du etwas Spülmittel verwenden. Mehr braucht es in der Regel nicht.
Lass das Messer nicht nass liegen. Weiche es nicht im Spülbecken ein. Und gib es niemals in die Spülmaschine.
Wenn die Klinge sauber und vollständig trocken aufbewahrt wird, ist die Rostgefahr sehr gering. Möchtest du sie zusätzlich schützen – beispielsweise bei längerer Lagerung oder in einer besonders feuchten Umgebung –, kannst du eine hauchdünne Schicht lebensmittelechtes Pflegeöl auftragen.
Eine Patina gehört dazu.
Während der ersten Benutzungen kann der Carbonstahl leicht mit Lebensmitteln reagieren. Die Klinge kann sich dabei verfärben oder einen leichten metallischen Geruch an das Schnittgut abgeben.
Das ist kein Qualitätsmangel.
Es ist der natürliche Beginn der Patinabildung. Diese feine Schutzschicht entsteht durch den Kontakt des Stahls mit Lebensmitteln und verändert das Aussehen der Klinge. Jedes Messer entwickelt dabei mit der Zeit seinen eigenen Charakter.
Sobald sich eine stabile Patina gebildet hat, reagiert der Stahl deutlich weniger empfindlich. Vollständig rostfrei wird er dadurch allerdings nicht.
Patina ist kein Rost. Sie ist Teil des Messers.
Wenn doch einmal Rost entsteht.
Carbonstahl kann rosten. Vor allem dann, wenn Feuchtigkeit oder Lebensmittelreste längere Zeit auf der Klinge bleiben.
Säure beschleunigt diesen Prozess zusätzlich. Nach dem Schneiden von Zitronen, Tomaten und anderen säurehaltigen Lebensmitteln solltest du das Messer deshalb nicht liegen lassen, sondern die Klinge direkt abspülen und sorgfältig abtrocknen.
Sollte sich trotzdem leichter Oberflächenrost bilden, lässt er sich unkompliziert entfernen.
Gib etwas Natron oder Backpulver auf die betroffene Stelle und füge wenige Tropfen Wasser hinzu, bis eine Paste entsteht. Poliere den Rost anschließend vorsichtig mit einem Korken aus der Oberfläche.
Spüle die Klinge danach gründlich ab und trockne sie vollständig ab.
Bei stärkerem oder tiefer sitzendem Rost sollte die Klinge professionell aufgearbeitet werden.
Immer tomatenscharf.
Ich mag mein Messer nicht nur scharf. Ich möchte es jederzeit tomatenscharf haben.
Also so scharf, dass die Klinge ohne Druck durch die Haut einer Tomate gleitet, ohne abzurutschen und ohne sie zu zerquetschen.
Dafür empfehle ich den DMT Simple Sharp. Die Anwendung ist bewusst einfach: Ziehe die Klinge zwei- bis dreimal kontrolliert durch – fertig.
Du kannst die Schneide vor oder nach jeder Benutzung kurz auffrischen. Oder einfach immer dann, wenn du merkst, dass sie langsam an Schärfe verliert.
Ich persönlich mache es lieber regelmäßig. Es dauert nur wenige Sekunden und sorgt dafür, dass das Messer jederzeit genau so schneidet, wie es soll.
Schärfen mit Porzellan.
Wenn du keinen Schärfer zur Hand hast, kannst du auch die unglasierte Standfläche auf der Unterseite eines geeigneten Porzellantellers verwenden. Die leicht raue Oberfläche trägt eine kleine Menge Stahl ab und kann die Schneide wieder auffrischen.
Lege den Teller mit der Oberseite nach unten sicher und rutschfest auf eine feste Unterlage. Führe anschließend beide Seiten der Klinge abwechselnd und ohne starken Druck über den unglasierten Rand.
Halte dabei ungefähr den vorhandenen Schleifwinkel der Schneide ein – bei diesem Messer etwa 14 Grad pro Seite. Wenige kontrollierte Züge reichen in der Regel aus.
Die genaue Bewegung zeige ich dir im dazugehörigen Video.
Wenig Pflege. Viele gute Schnitte.
Nach dem Schneiden abspülen. Gründlich abtrocknen. Bei Bedarf mit wenigen Zügen nachschärfen.
Mehr braucht dieses Messer nicht.
Es soll nicht in einer Schublade liegen und nur zu besonderen Gelegenheiten hervorgeholt werden. Es soll benutzt werden. Jeden Tag. Für nahezu alles.
Scharf. Verlässlich. Und mit der Zeit immer mehr deins.